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SO SIEHT'S AUS:
Er hat bislang gefehlt, wurde noch nicht gewürdigt und aufgenommen in die geheiligten Hallen dieser Netzseite. Sträflicherweise haben wir ihn bisher ignoriert – wobei er ja, das muss man sagen, einen kleinen Auftritt in unserer 3er-Kritik zu den 3/34 Inch-Cinema of Fear-Figuren von Mezco hatte. Aber dennoch, er gehört zur Heiligen Dreifaltigkeit des post-modernen Slasherfilms, die da noch bestünde aus Michael Myers – in meinen Augen der charismatischste Filmschlitzer aller Zeiten – sowie Jason Voorhees – unser aller Lieblingsmongozombieserienschlitzer –, und ist ohne Frage der wortgewaltigste der 3. Und überhaupt und sowieso, an unseren heutigen Gast kommt nicht einmal der ewig blubbernde Killer aus Scream ran und der hält ja auch schon kaum 3 Minuten die Luft an… wobei, ist ja auch kein Apnoetaucher , nech.
Achso, um wen’s überhaupt geht? Na, um Freddy Krueger natürlich – in keiner Weise verwandt mit Mike Krüger… glaub ich zumindest. Aber, wie kommt das liebenswerte Pizzagesicht jetzt eigentlich doch an die Ehre von uns besprochen zu werden? Ganz einfach – die Gelegenheit ist günstig. Schließlich hat die National Collectibles Entertainment Association, auch und vor allem bekannt als NECA – wer kennt sie nicht, schließlich ist NECA das McFarlane des neuen Jahrtausends –, angefangen nicht mehr nur Terminatoren – wogegen ja nichts einzuwenden ist – und Predatoren – die mir so ziemlich schnurzpiepegal sind – rauszuhauen. Nein, NECA begann sich vor gar nicht langer Zeit auch des oral aktivsten – irgendwie hört sich das nicht so an, wie es sich anhören sollte – Serienschlitzers aller Zeiten anzunehmen; und setzt seinen zahlreichen Inkarnationen seitdem figurische Denkmäler.
Den Beginn machte flugs Objekt heutiger Besprechung, denn NECA zieht die ganze Chose chronologisch durch. In Wave 1 haben wir also je eine Figur zu Nightmare on Elm Street - Mörderische Träume sowie zu Nightmare on Elm Street 2 - Die Rache. Wir fangen selbstverfreilich auch mit Teil 1 an. Dem Teil nämlich, mit dem Wes Craven anno 1984, nicht zum letzten Mal Horrorfilmgeschichte schreiben sollte. Seitdem das, zu jener Zeit noch junge und frische, Slasherkino 1978 durch John Carpenters – precious name dropping FTW! – Halloween begründet wurde, waren die Schlitzer und Mörder der Filme jenes Genres meist introvertierte, einsame und vor allem mächtige, körperlich absolut überlegene und vor allem stumme Kameraden. Mit Freddy Krueger änderte sich das zwar nicht grundlegend, eine neue Facette gewann das Horror-Subgenre des Slashers jedoch hinzu. Denn Freddy faselte und faselte und war dabei in der Slasherwelt noch ein ziemlicher Zwerg – also, nicht kleinwüchsig, aber im Endeffekt auch nur so groß wie Jasons übliche Opfer.
Freddys Figur ist daher auch – das passt – einen ganzen Kopf kleiner als Jason aus der Cult Classics Icons-Reihe. So groß ist der Unterschied zu NECAs Jason aus Freddy vs Jason zwar nicht, aber im Prinzip sieht’s immer noch gut aus, wenn man die beiden Figuren zu einem FvJ-Diorama zusammenstellen will. Trotz des Größenunterschiedes, ist Mr Kruger aber immer noch 7“ groß – ihr könnt euch also vorstellen, was für ein Riese Jason ist. Aber, um den geht’s ja hier gar nicht. Es geht um good ol‘ Pizzagesicht. Und damit haben wir doch schon eine gelungene Überleitung zum ersten Punkt auf der Tagesordnung – der Modellierung. Was die nämlich anbelangt, haben sich Kyle Windrix – von dem wir ja eigentlich eh nur Gutes gewohnt sind – und Chris Gawrych selbst übertroffen. Die beiden wissen echt was sie tun. Freddys Gesicht ist super modelliert. Alle Falten, alle Wunden – sie sind alle da. Ich bin mir sicher, wenn Freddys Haut noch Poren hätte, die beiden hätten sie modelliert. Besonders schönes Detail, das ausgerissene Ohrläppchen. Auch die Brandwunden haben unterschiedliche Strukturen, unterschiedliche Tiefen. Da gibt’s absolut nichts zu meckern. Der ikonische Pulli hat sogar ein richtig feines Stoffmuster spendiert bekommen – hier ist einzig schade, dass das Muster nicht auch an den Armen fortgesetzt wurde, sondern nur auf dem Torso zu finden ist. Dafür hat denn auch die Hose ein solches Muster bekommen, und sieht damit fast nach Cordhose aus. Die Krallen des Handschuhs sind zwar aus PVC und damit weich und anfällig für Verbiegungen aller Art, aber selbst frisch aus der Verpackung hält sich das in Grenzen und schließlich gibt’s ja auch noch Föns um das wieder hinzubiegen.
Die Frage die sich nun stellt ist, was wäre all die schöne Modellierung, ohne die richtige Bemalung. Eben – nichts. Deshalb kann ich freudiger Weise berichten, dass es auch hier absolut nichts zu meckern gibt. Die Farben sind überall sauber aufgetragen – von einem klitzekleinen roten Fleck im Nacken mal abgesehen – und wirken, gerade was die Wunden im Gesicht angeht, überaus dynamisch. Gerade die Wunde auf der linken Wange sieht aus, als würde man auf richtig frisches Fleisch schauen. Ein irgendwie abstoßend, zugleich aber durchaus netter Effekt. Auch die Zähne wirken so, wie sie wirken sollen – als wäre Freddy schon sehr sehr sehr lange nicht mehr beim Zahnarzt gewesen. Stell ich mir auch schwer vor, da ‘n Termin zu kommen, wenn man ständig Nachtschicht schieben muss.
Bis hierhin hört sich das ja alles schon mal sehr fein an. Aber, das große Aber, fehlt ja leider fast nie. So auch hier. Deshalb: Aber, die Artikulierung. Die ist NECAs große Stärke wahrlich nicht. Gut, 10 Bewegungspunkte hatter, der Freddy. Ein Kugelgelenk am Kopf, jeweils drei Gelenke pro Arm, eins an der Hüfte und jeweils eins pro Fuß. Aber, hmm, irgendwie fehlt da was. Ah, ja, klar – die Beine. Die sind nämlich mal wieder stocksteif, so dass Freddy nichts anderes tun kann, als rumstehen. Ich meine, okay, im Prinzip sind wir von NECA ja nichts anderes gewöhnt, als steife Beine. Das Problem ist nur, dass es so langsam ein wenig nervt. Zumal die Figur so keinen sehr sicheren Stand hat und schon mal umfällt, wenn man die Vitrine nur schief anschaut. Das ist nervig, extrem nervig. Da bringt auch der Bewegungspunkt an der Hüfte nichts und die beiden an den Füßen auch nicht, verändert man nämlich die Fußstellung, steht der Gute noch viel schlechter.
An Accessoires gibt’s diesmal Freddys Hut, den er aufziehen oder auf einen Hutständer hängen kann – sofern man denn einen Hutständer im entsprechenden Maßstab besitzt… ich tu’s nicht – und zwei extra lange Arme, die irgendwie aussehen wie Minisalamis – jedenfalls musste ich schon Leute davon abhalten die essen zu wollen. Besser ist’s also man macht sie dran oder packt sie weg.
FAZIT:
Also, rein prinzipiell ist das ja ‘ne ziemlich gute Figur. Die Modellierung ist erste Sahne und die Bemalung kann sich absolut sehen lassen. Aber, wenn NECA eins noch lernen muss, dann ist es, dass eine Actionfigur auch ausreichen artikuliert sein sollte – sonst fehlt nämlich ein wenig die Action. Die steifen Beine und die mangelnde Standfestigkeit sind ein wirklich nerviges Problem, obwohl man sich im Prinzip im Laufe der Zeit ja dran gewöhnt hat. Man muss das auch verstehen, ist für NECA eben einfacher, wenn sie wie bei der Terminator-Reihe ohne Probleme die gleichen Teile immer und immer wieder verwenden können.
Aber, genug des Motzens, denn trotzdem bekommt man mit diesem Freddy ein wirklich hübsches Sammlerstück für die Vitrine, um der Gruppe geisteskranker Filmschlitzer noch ein Mitglied hinzuzufügen. Wäre noch einen Freddy Krueger für die Sammlung braucht, dem rate ich zuzuschlagen – aber, hey, nicht mit der Faust, nech.
BEWERTUNG:


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