Nendoroid: Asakura Nemu
Kritiken - Good Smile Company
Geschrieben von: Vampirkatze   
Sonntag, den 03. Juli 2011 um 10:00 Uhr

 

SO SIEHT'S AUS:

Es gibt Hobbies, die betreibt man allgemeinerweise zu Hause, im heimischen Keller bei Mami und Papi und möglichstweniger Sonneneinstrahlung. Und es gibt Hobbies, die man nur selten mit anderen teilen kann, weil man sich von der Außenwelt nicht verstanden fühlt. Und es gibt Hobbies, die sind teuer und aufwendig und … ach ja, gesellschaftlich nicht hochlobend anerkannt. Doch dank der heutigen Technik und genialer soziophober Kellerkinder, gibt es einen Ort, an dem sich nun soziophobe Kellerkinder und quietschig-bunte Anime-Mädchen untereinander austauschen und ihre Hobbies teilen können … mit dem Rest der Welt. Naja, Ernst beiseite, wir wollen hier ja niemanden beleidigen, können sich die Autoren doch mit der ein oder anderen Gruppe durchaus identifizieren. Wäre ja auch schade, wenn nicht, hätten wir sonst nicht das Glück, in den Genuss nachfolgender Kritik zu kommen.

Denn DSKP proudly presents: Der VampirKatze zweite allererste Kritik. Dem aufmerksamen Leser dürfte nicht entgangen sein, dass die VampirKatze, ihres Zeichens Arschtreterin vom Dienst, Lektorin und gelegentlich erwähnte Freundin, sich hat anstecken lassen vom Figuren-Sammeln und sich für die weibliche Leserschaft einsetzen wollte und fortan dem Bereich der quietschig-kawaiigen Figuren zuwandte. Und in ihrer allerersten Kritik eine böse Überraschung erleben musste. ABER!, die VampirKatze hat ihren Frust überstanden, labert wieder und hat sich neuen Stoff besorgt.

Stoff, der den schönen Namen Asakura Nemu trägt (wenn schon politisch korrekt, dann japanisch korrekt) und von der tollen Insel Hatsunejima stammt, auf der die Kirschbäume das ganze Jahr über blühen und kleine Jungs aus dem Nichts Süßigkeiten erschaffen können. Sehr realistisch das Ganze – but hey, it’s Japan! Da werden aus einer Reihe von Kurzgeschichten für eine Fandisc von einem Spiel (jawoll) locker mal ein paar Mangas, vier Anime-Staffeln und ganze 27 PC und PS2-Spiele aus dem Tatami-Boden gestampft und in ein wunderherrlichen Anime/Manga-Franchise gepackt, wie es schon x-tausende andere gibt. Danke, Japan, wir lieben dich … ehrlich. Immerhin hat die VampirKatze wie bereits erwähnt aus eben jenem Universum die sehr kawaiige Nendoroid erstanden, die sie jetzt (endlich) besprechen wird. Und diesmal ist sich die VampirKatze auch ziemlich sicher, ein Original in den Händen zu halten.

Und das macht nicht nur in seiner fröhlichen gefärbten Verpackung eine gute Figur. Kleine rosarote Kirschblüten auf hellblauem Karo mit einem sonnig-gelben Hintergrund. Der Traum aus dem Nendoroid-Pappboxen gemacht sind. Oder so ähnlich. Darum geht’s aber gar nicht, was zählt sind immer noch die inneren Werte. Und die sind zahlreich.

Nendoroids sind ja im Prinzip körperlich deformierte Figmas, aber sie bringen die gleiche hochwertige Ausstattung mit. Im Fall von unserer Nemu, nehmen wir sie mal freaky-Körperteile-sammelnder-Serienmörder-mäßig auseinander, wären das: die Frisur, 3 Gesichter, ein Körper, 2 Beine, 6 Arme (aber nur 4 Hände), eine Tasche und anderthalb Katze. Da man die Gute also auf so ziemlich jede erdenkliche Art und Weise amputieren kann, bieten sich so doch einige Möglichkeiten für anime-resque Posen. Süß und schüchtern, süßes Schulmädchen mit Tasche, süß und fröhlich, oder aber auch leicht wütend. Gaaaanz leicht, wenn ihrem Adoptivbruder, in den sie verliebt ist, jemand zu Nahe kommt, der Brüste hat, denn wie ich aus der ersten Folge des Animes gelernt habe, die ich mir zu Recherchezwecken zu Gemüte geführt habe, macht sie das nicht nur eifersüchtig sondern latent aggressiv, aber selbst dabei ist sie süß. Ach ja, erwähnte ich schon, dass sie süß ist? Also, die Katze in dem Fall, die da übrigens Utamaru heißt und irgendwie niemandem gehört. Naja, solange es kawaii ist … Und sogar den Kopf und selbst die Zöpfe kann man drehen. Ziemlich dynamisch, das alles.

Klingt ja bis hierhin alles ganz nett, aber was macht die Kleine denn jetzt so toll? Toll ist sie, weil sie toll gemacht wurde. Zuerst einmal liebevoll modelliert, wahrscheinlich von liebevollen Fließbandarbeitern oder Fließbandmaschinen. Aber es geht hier ja ums Grundprinzip. Und da ist sie nun eben sauber gearbeitet. Von den Schleifchen, über die Haarspitzen (dem Hinterkopf wurde sogar durch mehrere Schichten Haare ein wenig mehr Fülle verliehen, was das Ganze von vorn durchaus wie eine realistische Frisur wirken lässt), über die Ärmchen, bis zu den Beinchen. Nicht einmal nach mehrmaligem Auseinanderbauen wirklich aller Körperteile konnte irgendwo eine Stelle gefunden werden, an der die Gelenke etwas lose waren. Es sitzt alles da, wo es sitzen sollte und nichts schlabbert unnötig herum. Einzig erstaunt hat mich, dass ich plötzlich Utamarus Schwänzchen in der Hand hielt, wusste ich bis dato nämlich gar nicht, dass der ebenfalls amputierbar war (zur Beruhigung, die Katze hat ihren Schwanz zurück. Tiere werden hier offiziell gemocht und nicht gequält). Angenehm für das Poser-Herz ist ebenso, dass sollte an dieser Stelle erwähnt werden, die besondere Modellierung von zwei Armen, so dass diese direkt am Körper angelegt werden können und nicht wie sonst abstehen würden.

Äußerst ansprechend ist auch die Bemalung. Eigentlich ist es gar nicht erwähnenswert, handelt es sich hierbei doch um ein Produkt japanischer Machart und ist daher, zumindest wurde ich bisher noch nicht vom Gegenteil überzeugt, immer auf hohem Niveau. Ganz besonders fallen dabei die Haare ins Auge (muahahaha … autsch), die mit einem schönen Farbverlauf sogar Licht- und Glanzeffekte vermutlich geairbrusht bekommen haben (wer’s besser weiß, möge die VampirKatze an dieser Stelle korrigieren) und damit sehr plastisch wirken. Gut, der Rest des Körpers scheint jetzt nicht gerade hochqualifizierte Coloriertechniken verlangt zu haben, sieht einfach, aber schön aus. Süß sind die beiden metallisch-glänzenden Glöckchen, die Nemu und Utamaru tragen und die damit ein netter, kleiner Blickfang sind. Und … sollten sich dich ein paar männliche Leser hierher verirrt haben, es sei erwähnt, Nemu trägt ein rosafarbenes Höschen. Jawohl, fühlt euch … befriedigt.

 

FAZIT:

Tja, was soll die VampirKatze nun zum Abschluss sagen? Die kleine Nemu ist ganz süß. Sie ist niedlich in ihrer Schlichtheit, denn mit besonders auffälligen Merkmalen kann sie nicht gerade glänzen, da helfen auf die riesigen gelben Schleifen nichts. Die weiß-blaue Schuluniform und die braunen Haare machen sie durch die allgemeine, durchschnittliche Schlichtheit nicht wirklich zum Highlight einer jeden Vitrine. Vielleicht ist das auch ihr Schwachpunkt. Sie ist süß, ohne Frage. Wenn man sie betrachtet, hat man irgendwie das Gefühl, ihren Kopf tätscheln zu wollen. Aber geht man dann weiter, könnte man sie schnell wieder vergessen haben. Vielleicht sind wir aber auch nur zu abgestumpft vom bunten, japanischen Kitsch, dass es sogar ganz gut tut, sich auf ein bisschen Schlichtheit zu besinnen. Eine wichtige Botschafter daher an alle Nemu-Halter und Halterinnen: Stellt die Kleine wenn möglich ganz weit vor in euren Schrank, so kann sie nicht so schnell übersehen werden.

BEWERTUNG:


 

MAIL AN: vampirkatze [at] dassindkeinepuppen.de